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FFW Großalfalterbach

Feuerwehrabzeichen2

Geschichte

Die Geschichte der FFW Großalfalterbach

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über das Feuerwehrwesen in Großalfalterbach stammen aus dem Jahre 1869. Vor Einführung von Löschmaschinen und vor der Gründung von Feuerwehren war im Brandfall jeder Dorfbewohner solidarisch aufgerufen zu helfen. Die Verwendung von Holz und Stroh als Baumaterialien führten bei Bränden häufig dazu, dass mehrere Höfe gleichzeitig abbrannten. Nach der Schaffung politisch selbständiger Gemeinden um 1830, wurden etwa ab 1865 in den Gemeinden Pflichtfeuerwehren geschaffen. Das erste Protokoll stammt von  19.09.1869. Unterm Heutigen wurden durch Gemeindediener Weber die Gemeindebürger in herkömmlicher Weise zur Gemeindeversammlung vorgeladen. Erschienen sind 22 Personen. Zur Besprechung und Beschlussfassung kam die Verfügung des Kgl. Bezirksamtes "die Anschaffung einer Feuerspritze". Einstimmig wurde beschlossen: Es soll für die Gemeinde Großalfalterbach eine Kirchmaiersche Spritze im Werte von 192 Gulden 30 Kreuzer angeschafft werden.
1869
Das Kgl. Bezirksamt Beilngries gibt einen Zuschuß von 20 Gulden zum Kauf.
08.10.1875
Wahl bei der Pflichtfeuerwehr Großalfalterbach. Von 82 Pflichtigen (vom 18. bis 60. Lebensjahr) waren 75 Männer zur Wahl in die Wohnung des Bürgermeisters Eberl gekommen. Als Hauptmann wurde gewählt: Johann Kopp, Wagnermeister. Die aus 82 Männer bestehende Mannschaft wurde verteilt: als Stellvertreter des Hauptmanns noch vier Männer. Weitere 20 Männer, junge rüstige, soviel vorhanden Mauerer und Zimmerer, arbeitskundige Leute zu Steigern. 15 Männer zu Spritzenführern. Die übrigen 42 Mann zur Rettungsmannschaft, aus welchen auch die Sicherheitswehr aus 6 Mann bestimmt wurde.
20. 10.1875
Erste Feuerwehrübung, Mangel an Feuerrequisieten besteht noch. Hier wäre Abhilfe notwendig.
11.11.1877
Verkündung der Distriktsfeuerlöschordnung (bekanntgegeben in Nummer 38 des Beilngrieser Amtsblattes.
6.01.1878 Wahl:
Josef Widemann, erster Hauptmann, Josef Beißer (Pirkach), erster Stellvertreter.
Dezember 1879 und Februar 1880
Auszug aus dem Revisions und dem Bericht der Gemeinde:
Die Löschmaschine befindet sich immer noch im Schulstadel, während für die Ortschaft Pirkach eine Löschmaschine für den ersten sofortigen Angriff nicht vorhanden ist. Bei der ziemlichen Ausdehnung der Ortschaft Pirkach erscheint die Anschaffung wenigstens einer kleinen, handlichen Löschmaschine ein dringendes Bedürfnis. Die Gemeinde wird aufgefordert, über die Anschaffung einer Löschmaschine für Pirkach Beschluss zu fassen. Die Ortschaft Pirkach erklärt im Betreffe der Feuerspritze lt. Ortsbeschluss vom 15. Februar. 1880: Es sei an Seiner Majestät König Ludwig 11. von Bayern die alleruntertänigste Bitte zu stellen um Zusendung einer Feuerspritze aus den Einbringungen der Münchener Aachener Feuerversicherungsanstalt. Für ein entsprechendes Spritzenhaus wollen die Bewohner Pirkachs aus Ortsmitteln sorgen (soweit der Revisionsbericht).
März 1880
Das Kgl. Bezirksamt Beilngries teilt der Gemeinde Großalfalterbach mit, dass die Anschaffung einer zweiten Feuerspritze für Pirkach Sache der politischen Gemeinde ist. Der Bürgermeister wird aufgefordert, einen diesbezüiglichen Beschluss herbeizuführen. Da der Bürgermeister trotz Ermahnung durch das Bezirksamt Beilngries keinen Gemeinderatsbeschluss herbeiführt, wird er mit einer Ordnungsstrafe von 6 M bestraft.

September 1880 Gemeindebeschluss:
Der Antrag des Bürgermeisters Pöringer zur Anschaffung der zweiten Spritze wird durch
Gemeindebeschluss abgelehnt, da der Gemeinde durch die Bauten des Gemeindearmenhauses und Schulhauses große Belastungen bevorstehen.
Das Thema ,,zweite Feuerspritze" wird nach einigem Hin und Her zwischen der Gemeinde und dem Bezirksamt ad acta gelegt.

1898/99 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Großalfalterbach

Dazu schreibt Lehrer Michael Brunner in der Schulchronik ,,Das Feuerlöschwesen".
Das Feuerlöschwesen war lange vernachlässigt; eine Pflichtfeuerwehr mit einer kleinen Spritze versah den Löschdienst. Heute noch wirkt es auf den Berichterstatter Lehrer Michael Brunner urkomisch,  wenn  ich  an  eine  solch  Pflichtfeuerwehrübung  mich  erinnere.  Die Werktagsschulknaben zogen die Spritze an den Dorfbrunnen und spritzten nach Belieben auf die Straße; währenddem kamen die Pflichtfeuerwehrmänner nach und nach langsam einer nach dem anderen in größeren Zeitabschnitten in Hemdärmeln, mit der Tabakspfeife im Munde und sahen zu, wie die männliche Werktagsschuljugend pumpte und spritzte. Das dauerte ungefähr eine gute Viertelstunde, dann war die Übung beendet. Ein Aufschwung kam in die Sache mit der Gründung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1898 auf Anregung des Kgl. Bezirksamtmannes Ruck. Als Gründer sind zu benennen Lehrer Michael Brunner, Schreinermeister Bärtl und der Landwirt Johann Weidinger, ersterer wurde Schriftführer, der andere Vorstand und der letztere Kommandant der neugegründeten Freiwilligen Feuerwehr mit der ansehnlichen Zahl von 35 Mitgliedern.
Es wurden nun jährlich vier Übungen gehalten, im Jahre 1898 eine nur, eine große Feuerspritze im Preise zu 2000 Mark von der Firma Braun in Nürnberg angeschafft, eine schöne praktische Feuerwehruniform für jeden Feuerwehrmann geschaffen,  so  dass  schon außerlich  die Zusammengehörigkeit auffällt.
Im Jahre 1899 wurde ein Feuerwehrhaus zum Preis von 200 Mark erbaut, mitten im Dorfe an der Südwestseite des Schulgartens. Auch eine stellbare Schubleiter wurde im Jahre 1900 angeschafft. Zwölf Mitglieder traten auch im Jahre 1900 der Sterbekasse der Freiwilligen Feuerwehren für Bayern bei, wozu Lehrer Brunner wiederholt Anregung gab; so wurde das Löschwesen in der Gemeinde organisiert und belebt, dass die hiesige Freiwillige Feuerwehr ebenbürtig anderen Wehren zur Seite steht.
Die neue Feuerwehr rückte zur Hilfe bei Feuersbrünsten aus mit der neuen Feuerspritze bei einem Brande in Döllwang 1902 in Batzhausen 1908, am Riedhof im Mai 1909. Die alte Sritze angeschafft 1868 erhielt die Ortschaft Pirkach und wurde benötigt bei einer Fuersbrunst in Großalfalterbach 1869, der das Schmiedgebäude zum Opfer fiel.

- Soweit der Eintrag in der Schulchronik. -

.Anm.: Die im Jahre 1869 angeschaffte Spritze war in Pirkach bis 1956 in Gebrauch.